Nutze dein Leben und jammere nicht

Frauen in der Mitte

Vor kurzem saß ich mal wieder im Wartezimmer eines Arztes und schaute mir die bunten Zeitungen an. Die Zielgruppe der Zeitung war eindeutig, Frauen über 50 Jahre. Dabei las ich in einem Gesundheitsmagazin, dass bald die Mehrheit der Deutschen über 60 Jahre alt sein wird. Das spiegelte auch das inhaltliche Angebot der Zeitungen wieder.  Dabei konnte ich feststellen, wir sind eine Frauengeneration, die nicht mehr die klassische Oma-Rolle einnimmt, sondern über eine Riesenpalette weiterer Handlungsmöglichkeiten verfügt. Wir können sogar beruflich neu durchstarten. Es gibt viele Beispiele toller Geschäftsideen von Frauen, die ein eigenes Unternehmen oder One-Women-Business gründen oder kürzer arbeiten und dafür als Seniorinnen Philosophie studieren. Andere Frauen eröffnen ein Café oder ein DIY Shop.

Die Freude ab 50

Erst neulich habe ich wieder in einer Frauenrunde gehört Frauen ab 50 will keiner mehr einstellen. Sicherlich trifft dies auch auf bestimmte Bereiche zu, auf sehr junge Unternehmen. Aber auf die rund 15 Millionen Frauen in Deutschland, die bereits über 50 Jahre alt sind trifft es keineswegs zu. 

Und auch für mich – ich bin längst 50 geworden – steht fest, mein Alter ist kein Hinderungsgrund, sich zu zeigen, Neues zu beginnen und sich weiter zu entwickeln. Ich freue mich jeden Tag darüber so viel Neues zu entdecken und lernen zu dürfen. Dabei begegne ich jedem Tag mit Geduld und Achtsamkeit. Ja, genau, denn jetzt erst recht kann ich vieles mit Ruhe verfolgen. Das ist das Schöne am älter werden. Auch muss ich nicht mehr jedem gefallen, aber wenn ich Freundschaften schließe, dann freue ich mich um so mehr. 

Da geht noch etwas

Mein Alter ist ein Teil von mir. Wenn andere darüber klagen oder es nur hinter vorgehaltener Hand bekennen, dann sollten sie damit rechnen, dass das Geburtsjahr ein unangenehmes Thema werden könnte.

Die meisten Frauen, die sich zu ihrem Alter bekennen, wirken niemals alt. Und es gibt immer mehr selbstbewusste Frauen, die ihren ganz persönlichen Weg gehen. Sie suchen sich einen ganz eigenen Weg für ihr Leben mit dem Bewusstsein, da geht noch etwas. Frauen, die sich was zuzutrauen, Sinnlichkeit und Unabhängigkeit zu leben.

Was brauchst du dafür?

Dein Wissen und ein wenig Disziplin, wenn das Leben Spaß machen soll. Deine Erfahrung, Selbstverantwortung und Selbstvertrauen, damit die Dinge geschehen. Aber auch das wissen, wie dein Energiehaushalt funktioniert. Es muss natürlich erlaubt sein, sich zurückzuziehen in die eigene kuschelige Welt, wenn die Kräfte nachlassen. Wenn du dem mit Achtsamkeit begegnest, dann hast du mit über 50 die Ausgeglichenheit, die du von der Kindheit her kennst.

Frauen haben heute viele Möglichkeiten 

Du gehörst vielleicht zu dieser ersten Frauengeneration, der eine Riesenpalette weiterer Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Du hast die Wahl: Du kannst beruflich neu durchstarten, mit einer tollen Geschäftsidee eine Firma gründen oder kürzer arbeiten und mit einem Reiseblog reisen.

Du kannst allein den Jakobsweg gehen. Du kannst nach der Familienphase eine WG gründen, zum ersten Mal für dich ganz allein eine Wohnung anmieten, das Haus am Stadtrand verkaufen und in die City ziehen. Du darfst dich aus unerträglichen Ehezwängen verabschieden, mit einem anderen Mann neu anfangen, endlich an dich denken. Etwas ganz Neues tun. 

Du kannst in der Nähe der erwachsenen Kinder sein und auch von der jungen Generation lernen. 

Ganz bei sich sein

Die heutige Mode lässt dir viel Raum dich attraktiv zu zeigen, und wenn du magst dann darfst du Jeans und Highheels tragen, zum Fitnesstraining gehen und dich auch körperlich fit halten. Du kannst deinen Enkeln deine alten Platten vorspielen  und mit ihnen durch das Wohnzimmer tanzen. Oder du sitzt einfach im Schlabberpulli auf dem Sofa, strickst Pullis, ließt Romane, meditierst oder tust gar nichts. Hauptsache, du bist ganz bei dir, dir selbst ganz nah und dir selbst immer treu. Erst mit 50 kommt die Ausgeglichenheit, die du aus deiner Kindheit her kennst wieder zu dir zurück. In der Sprache der Achtsamkeit nennen wir es, Gelassenheit, nennen wir sie Weisheit.

Gehe achtsam mit dir um Esther Wolfram

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