Selbstkompetenz – kulturelle Kompetenz

Warum dir deine kulturelle Kompetenz wichtig sein sollte?

Für meine Praxis nutze ich viel theoretisches Wissen. Das verbinde ich mit meinem Erfahrungswissen. Und aus diesem Wissen hat sich im Laufe der Zeit ein Schatz gebildet.  Dieser Schatz dient mir als Grundlage. Auf ihn kann ich aufbauen, sofort Nutzen daraus ziehen und Neues kreieren.

Ein Teil des Schatzes wird durch meine kulturelle Kompetenz gebildet.

Warum brauche ich diese Kompetenz und warum brauchst du eine kulturelle Kompetenz?

Weil wir als Menschen gerne eigenbrötlerisch vor uns hinwirken und gern in sicheren Terrains aufhalten. Ein fremdes Terrain bedeutet zunächst immer Unsicherheit.

Kulturelle Kompetenz kann dir dabei helfen über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Mit jeder gesellschaftlichen Veränderung stehen wir vor neuen Herausforderungen.

Betrachten wir die Prozesse der Globalisierung, der “Flüchtlingskatastrophe” oder der Veränderung unserer Arbeitswelt durch die Digitalisierung, dann stellt sich uns die Frage nach der eigenen Identität.

Bei jeder systemkulturellen Herausforderung stehen wir unseren Ängsten gegenüber. Ängste die berechtigt sein können, aber auch Ängste die uns behindern das Neue anzunehmen.

Wir sind gerade in der heutigen Zeit sehr dadurch herausgefordert mit systemkulturellen Herausforderungen umgehen zu müssen. Wenn wir in Übereinstimmung mit unseren Werten bzw. in Übereinstimmung mit unserer kulturellen Identität lernen schöpferisch damit umzugehen, dann haben wir als Gesellschaft eine Chance.

Dies erfordert aber gewisse Lernprozesse. Das transformatorische Lernen beinhaltet die Fähigkeit den Wandel bewusst zu begleiten und zu gestalten.

Dazu gehört auch die Auseinandersetzung im öffentlichen Raum.

Öffentliche Räume sind Kulturzentren, Museen und Ausstellungen, Vorträge, Artikel, Bildungsstätten, Organisationen, Veranstaltungen und vieles mehr.

Der öffentliche Raum ist dafür geeignet uns eine Meinung bilden zu können. Hier entsteht ein gesellschaftliches Bewusstsein.  Menschen können sich mit Meinungen auseinandersetzen und ihre eigene Haltung und Einstellung identifizieren.

Öffentliche Räume können aber auch missbraucht werden, um Ängste zu schüren und Vorurteile zu bilden.

Woher weiß ich, wann ich manipuliert werde?

Da wir sehr viele Informationen erhalten und uns deren Vielfalt oft erschlägt, ist das sehr schwer zu bestimmen.

Deine kulturelle Kompetenz kann dir dabei helfen. Du kannst sie am besten entwickeln, indem du deinen Horizont erweiterst. Warum fühlen wir uns im Urlaub, in anderen Ländern so  wohl? Weil wir offen für Neues sind. Dann probiert der “Deutsche” auch mal eine scharf gewürzte Paella. ,-)

Aber eine Paella zu essen reicht da natürlich nicht aus.

Was kannst du noch tun, um deine kulturellen Kompetenzen zu erweitern?

Ich lese inzwischen gern Biografien von Künstlern. Diese Bücher geben mir nicht nur Auskunft über das Schaffenswerk, sondern vor allem darüber warum, wie und in welcher Zeitepoche der Künstler sein Werk geschaffen hat. Du magst keine Kunst, dann besuche gerade deshalb mal eine dir völlig fremde Ausstellung eines Künstlers. Setze dich mit der Fremdheit auseinander. Was löst sie bei dir aus. Kläre für dich, warum hat der Künstler das Bild gemalt. In welchem Umfeld hat er sich bewegt? Ist dir dieses Umfeld fremd?

Lese Romane aus fernen Epochen, fremden Kulturen und anderen gesellschaftlichen Hintergründen.

Schaue dir Filme auf einem internationalen Festival an. Wie wäre es einmal mit einem koreanischen Film. Du wirst erstaunt sein.

Beschäftige dich mit dem Thema Randgruppen. Welche Gruppen kennst du? Schaue dir z. B. mal ein Film von Aktion Mensch an.

Beschäftige dich mit der Herkunft deiner Familie. Kommt deine Familie vielleicht aus einer anderen Kultur?

Versuche verschiedene Perspektiven einzunehmen. Ob nun in der Kunst, Literatur, Film oder im Beruf sowie im Privatleben. Am Ende einer Betrachtung und der Interpretation eines Bildes erkennst du nicht so sehr die Kunst, sondern viel mehr deine Einstellung zum Leben.

Wenn sich die Welt verändert, dann helfen Ängste nicht weiter. Die Fragen die du dir stellen musst sind, was bleibt, was verliert und was gewinnt an Bedeutung. Mit deinem dadurch  geschärften Blick für kulturelle Veränderungen,  kannst du dich ohne Angst gewinnbringend für etwas einsetzen.

Dabei solltest du dem Anderen gegenüber immer wertschätzend und respektvoll sein.

Die Jagd nach dem Glück auf Kosten anderer kann in diesem Prozess nicht zum Ziel führen. Hast du ein positives Grundgefühl, dann können dich Veränderungen kaum erschüttern. Scheitern gehört zum Leben, die Schuld dafür den anderen zu geben bringt dich nicht weiter.

Eine inklusive Gesellschaft, die es schafft, Menschen in ihrer Verschiedenheit in die Gemeinschaft zu integrieren ohne dabei einen Wertverlust befürchten zu müssen, ist eine sehr reife Gesellschaft. Menschen die gern gemeinsam an Projekten, Zielen und Lebensentwürfen arbeiten, schaffen durch ihr kreatives Verständnis von Veränderung mehr Glück und Zufriedenheit als diejenigen, die den Konsum als heilbringend deuten. Wir brauchen daher eine gute Portion Bildung, Potentialförderung und einen respektvollen Umgang mit jedem Lebewesen.

Diskussionen über Werte, Überwindung von traditionellen Normen und zielführende Leitgedanken können hier hilfreich sein.

In welcher Gesellschaft möchtest du leben?

Wie möchtest du, dass man im Alter oder bei Krankheit mit dir umgeht?

Was bist du zu geben bereit?

Wie weit möchtest du dich engagieren oder möchtest du nur konsumieren?

Welchen Nutzen hast du von einer streng abgeriegelten Gesellschaft? Welchen Nutzen hast du von einer inklusiven Gesellschaft?

Wie stark bist du von dem Gefühl der Sicherheit abhängig?

Was bedeutet dir Freiheit?

Was immer du herausfindest. Mit Angst und einem falschen Sicherheitsdenken kommst du nicht weiter. Du wirst in Projekten mit anderen herausfinden, wie es gehen kann und warum du dafür eine kulturelle Kompetenz benötigst.

Jetzt gehe in eine spanische Paella essen und du?. :-))

Gehe achtsam mit dir um Esther Wolfram

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