Das Leben aus der Mitte gestalten Teil 1

Worum geht es in dem Beitrag?

1. Was verstehen wir allgemein unter Kompetenzen?

2. Wie können wir Kompetenzen entwickeln?

3. Welches Rüstzeug benötigen Menschen?

4. Welche Erkenntnisse erlangst du über dein Selbst?

Wissenswertes aus der  Podcast-Episode

1. Kompetenzen

Was verstehen wir darunter, wenn wir von Kompetenzen reden?
Unter Kompetenz kannst du die grundlegende Fähigkeit verstehen, aus der du deine Eigenmotivation hervorbringst und im Zusammenhang mit deiner Umwelt ausbildest. Es ist ein Zeichen für deine Handlungsfähigkeit. Dabei kannst du so tätig sein, dass du deine Ziele unter Beachtung bestimmter Prinzipien Normen und Regeln zu erreichen ermöglichst. Wenn du diese Handlungskompetenz besitzt, kannst du dein Verhalten reflektieren und vernünftige Entscheidungen treffen. Du bist in der Lage dein Leben zu gestalten und es in die eigene Hand zu nehmen.

In der Literatur wirst du wenig zum Thema Selbstkompetenzen finden. Die meisten Sachbücher beschäftigen sich mit beruflichen den Kompetenzen, wobei die Selbstkompetenzen mit diesen meistens einhergehen. Wenn es um berufliche Kompetenzen geht, dann werden im wesentlichen folgende Kompetenzen unterschieden:

– Fachkompetenz
– Sozialkompetenz
– Methodenkompetenz
– Personalkompetenz

Ferner sind diese Kompetenzen messbar und durch unterschiedliche Messinstrumente sichtbar zu machen. Die Organisationspsychologie hat sich mit diesen Themen ausgiebig beschäftigt und Menschen bezüglich ihrer Kompetenzen erforscht.
Die Forschungen haben dazu geführt, dass einzelne Kompetenzen verschiedener Personen miteinander verglichen werden  können, z. B. führen hierzu Unternehmen speziellen Assessment-Center ein.  Aber Unternehmen sind auch an Förderungen von Kompetenzen interessiert, so z. B. die Entwicklung von Führungskompetenzen durch spezielle Trainings. Zu den Entwicklungen der beruflichen Kompetenzen , werde ich zu einem späteren Zeitpunkt einen Podcast gestalten. Für heute ist es erst einmal wichtig, dass Du Begrifflichkeiten einordnen kannst.

Die Selbstkompetenz ist für ein erfolgreiches Lernen, für den beruflichen Erfolg und für ein gelungenes Leben wichtig. Mithilfe Deiner Selbstkompetenz kannst du nicht nur deine Begabungen entfalten. Wenn du zum Beispiel eine gute Klavierspielerin werden möchtest, dann brauchst du die Fähigkeit des geduldigen Übens. Du lernst mit der Ausprägung deiner musikalischen Begabung, dem kontinuierlichen Üben eine Bedeutung zu geben. Hiermit meine ich die wichtigen Komponenten, wie Selbstmotivation, Selbstberuhigung, Selbstwahrnehmung und der emotionale Ausdruck.
Die Selbstkompetenzen zu entfalten erlernst du in der Kindheit gut. Vieles was du in dieser Phase erlernt hast, steht dir später wie selbstverständlich zu Verfügung. Diese Fähigkeit wird dir nicht unbedingt bewusst sein, aber du wirst deine Möglichkeiten ausleben. Daher ist es sehr wichtig die Selbstkompetenzen von Kindern zu fördern.

Wer sich schon früh selbst kennen gelernt hat, kennt seine Stärken und Schwächen gut und kann auch mit diesen umgehen. Vor allem Kinder lernen, wie erfolgreiches Lernen und Leben geht. Wenn du Mentor, Elternteil oder Lehrer bist, wird es dir nicht immer leicht fallen die Fähigkeit bei einem Kind zu erkennen. Es gibt aber Merkmale im Verhalten von Kindern, auch von Jugendlichen und Erwachsenen, die auf eine gute Selbstkompetenz hinweisen.

Folgende Fragen können die entscheidenden Hinweise bieten:

• Wie überwindet das Kind Hindernisse?
• Wie geht das Kind mit Frustration um?
• Kann das Kind seine Gefühle ausdrücken?
• Wie bewertet das Kind die Rückmeldungen seiner Umwelt auf sein Verhalten und wie nimmt es diese Bewertungen auf?

Menschen mit einer gut entwickelten Selbstkompetenz lassen sich nicht von Misserfolgen und Schicksalsschlägen entmutigen. Menschen, die mit einer starken Selbstkompetenzen ausgestattet stehen immer wieder auf. Dies nennt man auch die Fähigkeit zur Resilienz.

2. Wie kann Selbstkompetenz gefördert werden?

Die Selbstkompetenz lernen Kinder von ihren wertschätzenden Bezugspersonen. Als Elternteil, aber auch als Lehrer oder Erzieher solltest du überlegen, was kannst du von dir, von deiner Persönlichkeit, an Kinder weiter vermitteln. Mein Rat hierzu ist:

Bleibe dabei authentisch und wahrhaftig. Kinder merken sehr schnell, wenn du ihnen nicht die Wahrheit erzählst.

Überlege auch noch, was war dir wichtig an deinen Eltern, bzw. Bezugspersonen. Gaben sie dir Orientierung?

Wenn Erziehung gelingt, dann wird das Kind im erwachsenen Alter in schwierigen Situationen wissen, wie es handeln muss. Du hast dem Kind Orientierung vermittelt. Kinder wünschen sich diese Orientierung.  Hierfür spielt die Lernumgebung eine wichtige Rolle. Wichtig ist, dass du die Fähigkeiten des Kindes erkennst und diese förderst. Vorleben, Erläutern und Erklären ist wichtig. Darüber hinaus muss das Kind die Freiheit erhalten,  eigene Erklärungen zu entdecken, seine Orientierung selbst heraus zu finden.

Ein Kind braucht die Möglichkeit und viel Raum, um seine eigenen Erfahrungen machen zu können. Hat das Kind nicht genügend eigene Erfahrungen gemacht, dann kann es sein, dass die Pubertät große Probleme bereitet. Gerade die Pubertät ist als Übergangsprozess in die erwachsene Welt ein wichtiger Selbstfindungsprozess. Hier sind Eltern dann nicht mehr so gefragt. Die eigenen Eltern werden eher kritisch beleuchtet und mit anderen Menschen verglichen. Dieser Prozess ist auch für Eltern nicht immer einfach. Da sie den kritischen Augen der Kinder stand halten müssen.

Hierbei gilt die Regel, den Kopf zu bewahren und offen und ehrlich zu sein,  da zu sein, wenn das Kind bzw. der Heranwachsende dich braucht.

In unserer schnelllebigen Zeit wirst du auch nicht immer Antworten auf alle Fragen aus Kinderwelt haben. Das Gefühl von Nähe, Zugehörigkeit und Geborgenheit ist weitaus wichtiger. Und wenn der junge Mensch orientierungslos vor der Berufswahl steht, sei geduldig. Du wirst nichts erzwingen können. Trotz guter Schulabschlüsse wissen viele oft nicht wohin, wie ihr Weg aussehen soll. Haben junge Menschen ein gutes Vorbild, ob in der Familie, in der Literatur oder im Umfeld, dann sind sie oft motivierter nach etwas zu streben, was ihnen gut tut. Erhalten sie auch Anerkennung für ihr Tun, so werden sie es leichter haben ihren Weg zu finden. Für junge Menschen ist es besonders wichtig ihre Selbstkompetenzen zu stärken, beispielsweise um auch die Nachhaltigkeit von Lernen zu verstehen und was sie mit ihrem Wissen, damit meine ich nicht nur schulisches Wissen, später einmal anfangen können. Mit einer positiven Einstellung zum Lernen verbindet sich auch die Fähigkeit als kritischer Bürger an der Gesellschaft teilzuhaben.

Das Kind wird auch lernen, dass sich eine Gesellschaft verändert, eine Gesellschaft nichts statisches ist, sondern von uns Bürgern gestaltet wird. Jeder ist ein Teil und trägt zum Gelingen einer Gesellschaft seinen Teil bei. Junge Menschen mit einer starken Selbstkompetenz, können sich besser Einschätzen und sind den Gefahren der Welt nicht einfach ausgeliefert, sondern können mit diesen umgehen lernen.

Jeder Mensch braucht die Möglichkeit seine Selbstkompetenzen zu entwickeln. Die gute Nachricht ist, du kannst in jedem Alter deine Kompetenzen entwickeln und stärken.


3. Buchempfehlung

Andere Wege gehen; Lebensmuster verstehen und verändern – ein schematherapeutisches Selbsthilfebuch
von Gitta Jacob
Beltz Verlag, 2011


4. Filmempfehlung

“Yaloms Anleitung zum Glücklichsein”


5. Berufung oder Berufswunsch? – Für Menschen die noch suchen und Potentiale entfalten wollen –

Potentiale entfalten – z. B. mit Kindern arbeiten
Wo: Kindergarten, Schule, begleitende Dienste
Wie: als Erzieher/in, Lehrer/in, Heilpädagoge/in, Therapeut/in, Sozialpädagoge/in, oder auch als ehrenamtlicher Helfer


6. Spruch

Je besser wir uns selber kennen, desto besser wird unser Leben. Wenn wir Probleme bekommen, hat das oft mit Teilen unseres Selbst zu tun, die wir nicht kennen”
-Irvin D. Yalom-

 

Also bis dann, eine gute Zeit und gehe achtsam mit dir um. Esther Wolfram

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