A0029 Lösungsorientiert kommunizieren – positives Sprechen

Achtsam mit anderen reden – negative Formulierungen vermeiden

Was ist damit gemeint?

Das Verwenden von positiven Formulierungen kann im Beruf und im Privatleben Wunder bewirken. Ein positiver Wortschatz hat aus psychologischer Sicht eine besondere Wirkung.
Wie leichtfertig sagen wir manchmal Sätze wie:

„Lass das!“ „So nicht“, „So kannst du das doch nicht machen“ „Das ist unwichtig.“ usw.

Leider tendieren wir sehr schnell dazu, durch eine negative Gesprächsführung eine negative Stimmung zu erzeugen. Das Problem daran ist, dass wir mit negativem Geschwätz auch negative Handlungen bzw. Ergebnisse erreichen (Priming).

Es empfiehlt sich daher sehr bewusst auf seine Sprache zu achten und lösungsorientiert zu kommunizieren.

Warum solltest du Deine Achtsamkeit auf Wortwahl und Formulierungen legen?

Stell dir bitte eine familiäre Frühstücksszene vor.
Der Kakaobecher der kleinen vier jährigen Anke steht nur wenige Zentimeter von der Tischkante entfernt. Währenddessen albert der größere Bruder in der Nähe herum. Als Mutter (oder kindererfahrende Person), kannst du dir aufgrund deiner Erfahrungen ausmalen, was gleich passieren wird. Damit das nicht passiert, wirst du rechtzeitig rufen: „ Passt auf, dass der Becher nicht umfällt.“
Das Kind erwidert: „der Becher fällt nicht“.
Und zwei Minuten später fällt der Becher doch zu Boden.
Dem Satz: „ Passt auf, das der Becher nicht umfällt.“ fehlt eine Zielangabe. Daher ist dieser Satz ineffektiv.
Es wurde keine Aussage getroffen, wo der Becher stehen soll.
Der Gesprächspartner erhält keine Vorstellung darüber, was genau er tun soll.
Ich möchte dir daher zeigen: es geht auch anders! Und es ist gar nicht so schwer.
„Kannst du bitte den Becher vom Rand wegstellen“. Wäre zum Beispiel eine bessere Reaktion. Das Kind weiß was es zu tun hat. Das Kind erhält Orientierung und kann handeln.

Positives Sprechen ist effektiv, also…

…solange ein Zielverhalten nicht verlangt wird, kann es auch nicht zu einer Verhaltensänderung kommen.
„Lass das!“ ist ein Befehl, eine Zurechtweisung, aber es weißt nicht auf ein wünschenswertes Verhalten hin.
Positives Sprechen formuliert ein Bild für den Gesprächspartner. Der Gesprächspartner kann sich das gewünschte Zielverhalten vorstellen.

Gerade wenn Menschen Kritik äußern, dann kommt es bei dem Anderen oft unverständlich an. Benutzt der Sprecher eine negative Sprache, dann legt er oft nur die Aufmerksamkeit auf den Schaden und nicht auf eine Verhaltensänderung. Die meisten Menschen neigen dazu sich missbilligend zu äußern oder gar scharfe Verweise auszusprechen. In der Regel resultiert daraus eine negative Stimmung. In dieser Stimmung reagiert der Gesprächspartner mit Abweisung und zurückweisenden Worten. Der Gesprächspartner handelt um das schlechte Gefühl wieder los zu werden. Das negative Gefühl steht nun im Vordergrund, aber das Problem wird nicht gelöst. Diese bestimmte Art von Kritik nagt bei dem Anderen, er fühlt sich verletzt und kaum wertgeschätzt. Die Lösungsorientierung kommt abhanden.

Beispiele für negative Sätze:„Schon wieder du, das war doch klar.“ „Schon wieder hast du den Bericht zu spät abgegeben“. „Der Newsletter kommt aber selten“. Der Angesprochene fühlt sich schlecht. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Gefühl.

Wer die Aufmerksamkeit in einem Gespräch auf die Fehler des anderen lenkt, der bringt seinem Gegenüber in eine schlechte Verfassung
Auch wenn uns ein falsches oder schlechtes Ergebnis ärgert, helfen Vorwürfe nicht weiter.

Naheliegend beschäftigen sich Menschen dann mit der Vergangenheit.
Besser ist zu fragen, was getan werden muss, um das Ziel zu erreichen.

Statt abwertend, unfreundlich, hilflos, fremdbestimmt und problemorientiert, zu reagieren solltest du vorzugsweise aufwertend, freundlich, kompetent, selbstbestimmt und lösungsorientiert formulieren.

Beim positiven Sprechen wird die Aufmerksamkeit statt auf die Vergangenheitsbewältigung auf die Gestaltung der Zukunft gelegt.
Durch den bewussten Einsatz von positiven Formulierungen, kannst du die Erreichung von Zielen oder gewünschtem Verhalten schneller und leichter erreichen. Wenn du positiv formulierst, wirst du von deinem Gegenüber besser verstanden. Vor allem wird deinen Wünschen eher entsprochen. Außerdem wirkst du auf deine Mitmenschen kompetenter und sie fühlen sich in deiner Nähe selbst wohler.

Zur Lösungsgestaltung solltest du auch deinen Gesprächspartner motivieren und ihn in die Gestaltung der Lösung mit einbeziehen
Ich brauche den Bericht immer am XY. Was können wir tun damit…
Der andere soll inne halten und darüber nachdenken, welche Schritte er gestalten will.

Positiv formulieren ohne Schönfärberei

Wenn du positiv formulierst solltest du eine Sache nicht schön reden. Hier kommt es allein auf die Wirkung an. In der Regel wissen Menschen, wenn sie etwas falsch gemacht haben.
„Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten.“ Wenn wir Negativ-Formulierungen verwenden,
lenken wir den Blick auf das, was nicht ist, statt auf das, was ist.

Negativ Beispiel:
„ Du mußt den Müll noch rausbringen“

Positiv ausgedrückt:
„…„Wolltest Du nicht noch den Müll rausbringen?”

Eine Ausrichtung auf das Positive, auf die Lösung und auf die Zukunft erleichtert eine Veränderung in die gewünschte Richtung. Probiere es doch mal aus und konzentriere dich auf lösungs-orientiertes Sprechen und nicht auf problem-orientiertes.
Gehe davon aus, dass Menschen alles haben, was sie brauchen, um ihre Probleme zu lösen. Oft müssen sie nur dazu motiviert werden.
Mit dem lösungsorientierten Ansatz respektierst du auch eigenwilligen Lebensentwürfe von Menschen und unterstützt diese dabei, ihre eigene Ziele zu verfolgen und die eigenen Stärken zu erweitern.
Grundregeln für eine positive Sprache bedeutet auch nachzufragen, hinzuhören ,Meinungen auch Andersdenkender ernst zu nehmen, positiv zu formulieren, die Gefühlsebene zu beachten, einen Beitrag zu positivem Klima zu leisten, ehrlich zu sein, zielgerichtet zu kommunizieren, sachlich zu bleiben, konstruktive Kritik zu üben, lösungsorientiert argumentieren und den Anderen anzuerkennen, sowie wertzuschätzen.

Übungsaufgabe

Beobachte einmal deine Kommunikation. Ist diese eher von positiven, optimistischen oder eher von negativen, pessimistischen Aussagen geprägt? Frage deinen Partner wie er Deine Kommunikation empfindet.
Gehe die Beispiele in der Tabelle durch. Wie würdest Du formulieren?

Tabelle Positive Sprache

 

 

 

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