Sidepreneur – als Unternehmer oder kreativ Schaffender

Wie kannst du dich nebenberuflich als Sidepreneur, bzw. als kreativ schaffender Mensch weiterentwickeln?

Der letzte Blog handelte von dem Thema „Scheitern“. Dieses schwierige Thema zum Anfang einer Blog-Serie sollte dich nicht abschrecken, sondern ich möchte vielmehr, dass du einen ganz normalen Zugang zu diesem Thema findest. Wenn du das „Scheitern“ als etwas ganz Normales betrachten kannst, dann wirst du eher bereit sein ein Risiko einzugehen und auch einmal völlig neue Ideen auszuprobieren.

Heute spiele ich gedanklich mit dir durch, wie du dich als Sidepreneur weiterentwickeln kannst. Ein Ansatz ist, dass du einem „normalen“ Beruf nachgehst und nebenbei als Unternehmer oder kreativ Schaffender durchstartest. Ich möchte daher mit dem Thema „Sidepreneur“ anschließen. Es ist nichts falsches daran, wenn du dich erst einmal ausprobierst.

Nicht jeder hat die Möglichkeit und die finanziellen Mittel sich selbständig zu machen. Es ist daher sehr vernünftig, nicht dem Trend zu folgen sich unbedingt selbständig zu machen, sondern es ist o. K. andere Möglichkeiten zu suchen. Eine Möglichkeit ist, dass du damit erst einmal nebenberuflich beginnst. Dadurch hast du die Freiheit dich auszuprobieren. Und du kannst deine Ideen unabhängig von finanziellen Erfordernissen auf den Markt bringen. So kannst du testen, ob deine Ideen Beachtung finden und erfolgreich sind. Der Trend: „all or nothing“-Unternehmer/Schaffender scheint in der Internet-Welt einen großen Zuspruch zu finden. Aber ich höre immer wieder Geschichten, wie sich ein Vorhaben  in eine finanzielle Katastrophe umwandelt.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass aus der ersten Idee oft nichts wird. Das liegt an vielen unterschiedlichen Dingen. Eines dieser Aspekte ist, dass du noch keine Erfahrungen gesammelt hast und deine Ideen noch nicht „ausgereift“ sind. Es bedeutet aber nicht, dass du zum Entrepreneur nicht geschaffen bist. Auch gute Entrepreneure liegen mal daneben oder haben ein Projekt  falsch eingeschätzt. Im zweiten Anlauf solltest du deine Idee nicht gänzlich verwerfen, sondern an die Bedürfnisse deiner Zielgruppe anpassen. Mit dem zweiten Blick wirst du auch erkennen, dass romantische und verklärte Vorstellungen dir nichts nützen. Große finanzielle Risiken sind immer eine Belastung für dich und deine Familie. Ich für meinen Teil möchte meine Familie nicht derartigen Risiken aussetzen. Auch ein Risiko muss überlegt sein. Ich möchte davor warnen blauäugig in etwas Ungewisses zu starten. Zu deinen Ideen kommen viele andere Dinge dazu. Den administrativen Aufwand und die Zeit für Marketing darfst du nicht unterschätzen. Als Sidepreneur hast du wenig Zeit dafür. Daher besteht die Gefahr, wenn kein Erfolgsdruck auf dir lastet, dass du dir weniger Mühe für die unangenehmen Dinge aufwendest. Du musst gut überlegen, und festhalten, welchen Preis du dafür zu zahlen bereit bist. Denn deine Kreativität neben dem Beruf für etwas Neues zu investieren ist auch mit großen privaten Einschränkungen für dich und deine Familie verbunden.

Das heißt, du arbeitest parallel zu deinem festen Beruf an deinen Projekten. Dabei solltest du zu Beginn vieles eigenhändig durchführen. Dann hast du die ständige Kontrolle über die Entwicklung des Projektes.

Da du viel Zeit investieren wirst, macht es Sinn, wenn du dein Projekt zu deinem „Hobby“ machst.

Dann ist der innere Drang, der dich antreibt, erfolgreich zu sein sehr viel stärker ausgeprägt. Auch schadet es dem Ziel, daraus eine freiberufliche Tätigkeit zu machen und ein Einkommen zu generieren ganz und gar nicht.

Die zusätzliche Chance, die diesem „Ausprobieren“ innewohnt ist:  du wirst dich von einer ganz anderen und neuen Seite kennen lernen. Deine Leidenschaft auszuleben wird dir sehr viel an positiver Energie zurückgeben. Deine Ressourcen zu stärken und deine Potentiale zu erweitern, wird dir das Gefühl intensiver Lebendigkeit geben. Durch die neuen Erfahrungen wirst du dich persönlich verändern. Du wirst mutiger, kreativer, zufriedener und beweglicher werden. Deinen Traum zu leben oder ihm näher zu kommen wirst du als ein Geschenk des Lebens begreifen.

Erreichen kannst du diesen Traum, wenn du dir folgende Fragen beantworten kannst:

Was möchte ich erreichen?

Wie konstant möchte ich dranbleiben?

Wie viel Zeit kann ich investieren?

Dich nebenberuflich auszuprobieren bietet dir die Sicherheit eines regelmäßigen Einkommens. Ersparnisse müssen nicht für den Lebensunterhalt oder für Versicherungen ausgegeben werden und können weitestgehend unangetastet bleiben. Der fehlende Druck entlastet dich und lässt dir kreative Freiheiten zur persönlichen Entfaltung zu.

Nachteilig kann der fehlende Druck sich auswirken, wenn du den Erfordernissen eines Gelingens nicht die Bedeutung zumisst, wie es ein Entrepreneur tun würde.  Zum Beispiel bist du wegen des enormen Aufwandes achtlos bei Kundengewinnung. Wie auch immer, es gehört auf jeden Fall eine enorm große Portion Selbstdisziplin dazu sich nebenberuflich selbständig zu machen.

Kannst du derart viel Motivation über einen langen Zeitraum aufbringen?

Du wirst am Nachmittag, am Abend, an den Feiertagen und an den Wochenenden an deinen Projekten arbeiten.

Das Gute daran ist, dass du ganz frei und kreativ sein kannst. Du hast die Möglichkeit dich fast risikolos auszuprobieren. Der Gewinn ist, dass du Neues lernen und erfahren wirst. Dein Leben wird facettenreicher.

Da das alles viel Zeit kostet, solltest du dein Vorhaben deiner Umwelt gut mitteilen.

Vielleicht kannst du deiner Familie deinen zukünftigen Nebenerwerb schmackhaft machen, indem du ihr einen besseren Lifestyle in Aussicht stellst. Möglichrweise hat dein(e) Partner/in auch Spass an dem Thema, bzw. für Teilbereiche davon, oder an bestimmten Projekten und kann dich unterstützen. Wichtig auf jeden Fall ist, dass ihr feste Abmachungen habt. Daher mein Tipp: in der Familie/Partnerschaft gemeinsame Zeiten füreinander einplanen. Aber auch genügend Zeit für Sport und Entspannung sollte übrig bleiben. Du brauchst für dein Vorhaben Kraft und innere Balance.

Auch kannst du mit deinem Arbeitgeber darüber reden, dass du einen Nebenerwerb gründest. Je nach Branche wird er dafür Verständnis aufbringen können.

Auf jeden Fall wirst du deine Komfortzone verlassen. Vielleicht kannst du am Morgen eine Stunde früher aufstehen, und in dieser Zeit hast du die Ruhe wichtige Aufgaben zu erledigen. Ein gutes Zeitmanagement ist grundsätzlich erforderlich. Mein Tipp: Den Montag mit einer Meditation beginnen und dabei das Ziel ganz fest in den Augen haben. Auf jeden Fall muss am Montag der Wochenplan fertig vorliegen. Du wirst nicht umhin kommen, deine Zeit gut zu planen.

Auch solltest du neue Arbeitszeitmodelle ausprobieren. Du kannst schrittweise aus deinem festen Job aussteigen, von 40 Stunden auf 30 Stunden auf 20 auf 10 Stunden und dann vielleicht in die Selbstständigkeit. Oder du gehst sofort auf Teilzeit, 20 : 20. Je nach Arbeitgeber und Branche wird dir das mehr oder weniger leicht fallen. Wenn du gegenüber deinem Arbeitgeber vermitteln kannst, dass du dich persönlich weiter entwickelst , du zu großer Flexibilität fähig bist und du vieles Neues erlernst, dass dies auch für deinen Beruf von Nutzen ist, dann wird er auch den Gewinn erkennen. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Du dich deinem persönlichen Umfeld mitteilst. Dies ist der erste Schritt in Richtung Erfolg.

Zusammenfassend möchte ich dir ein paar Tipps zum Nachdenken mitgeben:
1. Budget

a) Baue dir ein Budget für die Selbständigkeit auf

b) Was brauchst du für dein tägliches Leben?

c) Was möchtest du investieren?

d) Wie kannst du die Einnahmen deines Zusatzverdienstes steigern und anlegen?

2. Netzwerkarbeit

a) Lerne Menschen kennen, die dir weiterhelfen können

b) Suche Gleichgesinnte in entsprechenden Netzwerken- oder Mastermind-Gruppen.

c) Nimm Kontakt zu sogenannten „Professionellen“ auf. Suche dir einen Mentor, Unterstützer oder Lehrer, der an deiner Seite steht.

3. Zeitmanagement

a) Sei realistisch, der Tag hat nur 24 h!

b) Du musst einen guten Zeitplan haben, der zu deinem Leben passt

c) Verändere deine Arbeitszeiten, wenn du die Möglichkeit dazu hast

d) Benutze Zeitmanagement-Tools, damit dir wichtige und auch unangenehme Dinge nicht durch die Lappen gehen.

Du wirst nicht umhin kommen, dir eine klare Vorstellung davon zu machen, wie du zu deiner Selbständigkeit gelangst. Einen Ablaufplan für die Zukunft und einen Detailplan für die ersten Schritte kannst du mithilfe eines Coachings erarbeiten. Dadurch erlangt du die Sicherheit einer klaren Zielvorstellung in der und du dich kreativ und frei ausprobieren kannst. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und vor allem viel Spass.

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